LeNa-Lebendige Nachbarschaft

Der Wunsch von Mietern, auch bei Krankheit, Pflege- oder Unterstützungs­bedarf in der vertrauten Nachbarschaft selbstbestimmt zu wohnen, erfordert besondere Wohn- und Versorgungskonzepte. Die SAGA Unternehmensgruppe hat daher ProQuartier vor einigen Jahren damit beauftragt, ein Projekt in Anlehnung an das „Bielefelder Modell"  zu entwickeln. Mittlerweile wird das für Hamburg zukunftsweisende Modellprojekt „LeNa-Lebendige Nachbarschaft“ mit zwei verschiedenen Kooperationspartnern in den Stadtteilen Barmbek-Nord, Horn  und in Steilshoop umgesetzt.

 

„Lebensgerechte“ Wohnangebote für jede Lebenslage

Damit alle ein Leben lang in ihrem Wohnviertel bleiben können, muss für jede Lebensphase passender Wohnraum vorhanden sein. In der Regel fehlt es an Wohnungen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, egal welchen Alters. Die Schaffung barrierefreier, „lebensgerechter“ Wohnungen kann durch (nachverdichtenden) Neubau oder barrierereduzierenden Umbau erfolgen. Die Wohnungen werden in der Regel für ein und zwei Personen geplant und sind öffentlich gefördert.

 

Räume der Begegnung und Möglichkeiten

Ein barrierefreier Nachbarschaftstreff ist Quartiersmittelpunkt und Herzstück von LeNa. Der Treff ist lebendiger Ort und Anlaufstelle für alle Bewohner des umliegenden Wohnquartiers. Er bietet Möglichkeiten zur Begegnung aller Generationen und Platz für vielfältige, nachbarschaftliche Aktivitäten und Veranstaltungen.

Gestaltung und Einrichtung der Gemeinschaftsräume und –flure erfolgen unter Einbeziehung der Nutzer. Eine bedarfsorientierte, funktionale Gemeinschaftsküche ist Dreh- und Angelpunkt im Projekt animiert zum gemeinsamen Kochen und Essen.

Alle Angebote im Nachbarschaftstreff werden nach Wunsch und Bedarf von Nachbarn für Nachbarn selbst entwickelt.

 

Beratung und ambulante Hilfen vor Ort

Alle Menschen im Quartier rund um den Treffpunkt können auf einen sozialen Dienstleister als Ansprechpartner bauen. Von seinem Quartiersbüro aus kümmert sich dieser um die großen und kleinen Nöte der Bewohner im Quartier und organisiert bei Bedarf ambulante Dienstleistungen oder andere notwendige Hilfen.

Der ambulante Dienst ist Kooperationspartner von der SAGA; er bietet ein umfassendes Leistungsangebot, ist Tag und Nacht im Quartier erreichbar und berät kostenlos zu Hilfsmöglichkeiten und deren Finanzierung. Sollten dauerhaft individuelle ambulante Unterstützungsangebote notwendig werden, können Leistungsverträge vereinbart und mit möglichen Kostenträgern abgerechnet werden.

 

Soziale und nachbarschaftliche Netzwerke

Ist ein Hilfebedarf vorhanden, muss am Anfang die Hilfe zur Selbsthilfe der Bewohner stehen. Ist diese nicht mehr ausreichend, kommen nach Möglichkeit Angehörige oder Nachbarn ins Spiel: ein guter Nachbar kümmert sich vielleicht mal um die Wohnung und leert den Briefkasten, wenn man in Urlaub ist, nimmt Pakete an oder hilft, wenn kleine Hilfen gewünscht werden. Im Idealfall ist es so, dass sich Nachbarn gegenseitig bei den Anforderungen des Alltags, in Notlagen und bei Problemen unterstützen.  „Gute Nachbarn sind ein echter Schatz“, lautet ein Sprichwort aus Ungarn. Das ist der eigentliche „Geist“ von LeNa. Denn LeNa steht insbesondere für eine lebendige und starke Nachbarschaft, in der Nachbarn füreinander da sind.